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Warum ich Wunschträume e.V. ins Leben gerufen habe

von Kathrin Seyfahrt

Ich glaube, ich habe schon viel Glück in meinem Leben gehabt. Das größte vielleicht: dass ich in einem Land geboren und aufgewachsen bin, in dem es den meisten Menschen sehr gut geht, und in dem es jegliche ärztliche Versorgung, sauberes Trinkwasser und ausreichend zu essen gibt. Ein Land, in dem jedes Kind, egal ob Junge oder Mädchen, eine Schule besuchen darf, in dem niemand barfuß gehen muss und die meisten Menschen einen Job haben.

Ein Land vor allem aber, in dem ich auch als Frau Rechte habe.

Dann hatte ich das zweite große Glück, nämlich Menschen wie Karlheinz und Almaz Böhm, Dr. Zilda Arns und ihrem Bruder, dem Kardinal von Sao Paulo und Paul Draper zu begegnen. Und aus den Begegnungen mit Susanne, Faduma, Michi, Marianne Raven..., um hier stellvertretend nur ein paar wenige zu nennen, sind Freundschaften entstanden. Freundschaften zu Menschen, die mich mit ihrem Einsatz und Engagement angesteckt und ermutigt haben und letztlich ganz bestimmt Anstoß gaben, „Wunschträume“ e.V. - das Netzwerk für Mädchen- & Frauenprojekte ins Leben zu rufen.

Und das dritte unbeschreibliche Glück ist, dass ich so viel reisen kann und darf. Dass ich einerseits über die finanziellen Mittel verfüge, dass ich andererseits über die eine oder andere Reise aber auch Sendungen oder Artikel schreiben kann, die honoriert werden, womit ich mir dann wiederum die nächste Reise finanzieren kann.

Schließlich fand oder finde ich gerade auf meinen Reisen bemerkenswerte Menschen oder Projekte, wie zum Beispiel Paul Draper und sein Behindertenwerk „Craft Aid“ auf Rodrigues.

Über andere Projekte stolpere ich im wahrsten Sinne des Wortes in einem meist winzig kleinen Artikel in irgendeiner Zeitung.

Hier in München, schlussendlich, habe ich unendlich Berührendes über weibliche Genitalverstümmelung von Faduma Korn gehört. Susanne Pechel hat selbst vor zehn Jahren eine Organisation, den Christlichen Entwicklungsdienst - CED - gegründet. Durch sie habe ich von der Pallotti-Schule in Tansania erfahren. Und Inge Kapraun unterstützt zusammen mit Halidou seit mehr als fünf Jahren eine Schule in Ouagadougou, der Hauptstadt von Burkina Faso, so dass auf diese Art und Weise 200 Kinder die so lebensnotwendige Bildung erfahren und täglich eine warme Mahlzeit bekommen.

Und weil ich weiß, dass auch in Deutschland von vielen Mädchen und Frauen Hilfe benötigt wird, soll in absehbarer Zeit ein kleines Projekt in München dazukommen.

 

München, im Februar 2004

 

 

 

 

 

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