Home
Entstehung
Wir über uns
Unser Logo
UNSERE  PROJEKTE
Rodrigues
Burkina Faso
Tansania
Sri Lanka
Reisebericht 2006
Sonstige Projekte
Mitglied werden
Veranstaltungen
Rundbriefe
Jahresbericht
Global Marhsall Plan
Buchtipps
Interessante Links
Impressum


Anoja Weerasinghe

Der Inbegriff von Hilfsbereitschaft

 
Anoja Weerasinghe. Hierzulande eher unbekannt, doch in Sri Lanka ein großer Star. Die Schauspielerin betätigt sich schon lange im sozialen Bereich und seit 1990 versucht sie eine Schule für junge Schauspieltalente aufzubauen. Doch dann ist etwas Unvorhersehbares dazwischen gekommen. Nach dem Tsunami am 26. Dezember 2004 in Sri Lanka startete sie ein Hilfsprojekt, das sie im Moment vollauf beschäftigt. Sie nahm ein paar Jugendliche bei sich auf, die durch vom  den Tsunami geschädigt worden sind, indem sie z.B. ihre Familie verloren haben. Anoja hat daraufhin eine große Halle gemietet, in der die 16 Jugendlichen, 8 Mädchen und 8 Jungen, tanzen lernen können.

Ich habe Anoja Weerasinghe diesen Sommer besucht und sie nicht nur über ihr Hilfsprojekt befragt, sondern auch darüber, was sie zur momentanen politischen Lage und den Weg, den Sri Lanka einschlägt, meint.

Das Hilfsprojekt, das sie zu Gunsten der 16 Jungen und Mädchen gestartet hat, bezahlt sie selbst, da ihr die Regierung jegliche finanzielle Hilfe verweigert. Sie hat damit nicht nur die Miete für die Halle zu tragen, sondern auch die Kosten für die Verpflegung, die Kosten für die zwei Häuser, in denen die Mädchen und Jungen getrennt untergebracht sind, sowie für einen Wachmann zur Überwachung.

Im Sommer 2006 reise ich in das wunderschöne Sri Lanka. Hier wachsen die schönsten Blumen und alle nur erdenklichen Früchte. Wie es schon in der Sri Lanka Matha, der Nationalhymne, heißt, „Reich an Korn und köstlichen Früchten, an duftenden, leuchtenden Blumen“, und dies ist durchaus ernst zu nehmen.

In Sri Lanka gibt es leider auch viel Armut.

Doch heute werde ich jemanden treffen, die versucht zu helfen um zumindest ein paar Menschen aus der Armut zu führen: Frau Anoja Weerasinghe.

Heute habe ich die Ehre mit der berühmtesten Schauspielerin Sri Lankas ein Interview machen zu dürfen. Ich frage sie, was sie von der Politik in Sri Lanka hält. Ihre Antwort ist verblüffend einfach:

 „Es wird viel geredet und wenig gemacht“, meint Frau Weerasinghe lachend. „Doch man darf auch nicht vergessen, dass es einfach zu viele Probleme gibt, um sie auf einmal zu beheben. Unsere Regierung hat schon ein paar wichtige Gesetze verabschiedet und ist schon mal auf dem richtigem Weg“, erklärt mir Anoja wieder etwas ernster.

Ich frage weiter, was sich den in den letzten Jahren zum Positiven geändert hat. „Die Regierung hat z.B. ein Gesetz erlassen, wonach Sextourismus verboten worden ist. Außerdem ist der Ausbildungsstandard hoch und Kinderarbeit verboten“, zählt sie mir auf, nicht ohne einen gewissen Stolz über die Entwicklung des Landes.

Was war die beste oder nützlichste Neuerung, die es in den letzten Jahren in Sri Lanka gegeben hat? frage ich sie. Sie muss nicht lange überlegen.

„Das Internet“, erwidert sie: „Sri Lanka ist jetzt mit der Welt verbunden. Wir haben uns geöffnet, und die Menschen öffnen sich.“

Als ich sie frage, was sie an Sri Lanka besonders schätzt, und was sie sich für die Zukunft wünscht, lacht sie und sagt: „Naja, ich schätze in Sri Lanka besonders den Buddhismus, da er dem Land hilft. Im Buddhismus sind alle Menschen gleichgestellt, und diese Einstellung spiegelt sich auch ein bisschen in der Politik Sri Lankas wieder. Frauen haben viele Rechte und es gibt Redefreiheit. Was ich mir wünschen würde, wäre ein Ausweg aus dem Krieg. Der Buddhismus lehrt, dass man niemanden töten darf. Nicht mal ein Tier, und wie soll ich da meinem kleinen Enkel erklären, dass sich Menschen gegenseitig töten.“

Sie sah fast etwas verzweifelt aus.

Nach ein paar Minuten und ein bisschen Smalltalk stelle ich noch meine letzten Fragen: Wie funktioniert eigentlich das Schauspielschule-Projekt?

„Ein Projekt läuft gerade. Es ist ein 6 Monats-Projekt, es heißt Krieg-Tsunami Geschädigte. Es geht so, dass wir Trainer anlernen. Diese Trainer holen talentierte Kinder und bringen ihnen das Schauspielen bei. Dieses Projekt ist für behinderte Kinder, z.B. Blinde, aber auch geistig Behinderte.“

Meine Letzte Frage bezieht sich auf ihren Beruf: Was ist das nächste, was sie beruflich machen?

„Das nächste wird das Theaterstück ’Mutter Courage’, antwortet die lebensfrohe Frau etwas amüsiert.

Ich bin froh, diese Frau getroffen zu haben, die mit ihrer freundlichen, liebenswürdigen und herzlichen Art einen sofort in Bann zieht. Es war auf jedenfalls eine Erfahrung fürs Leben.


Jama Philip Korn

 

 

 

to Top of Page